Immobilienbranche und Corona: Optimismus in der Krise

Das Leben der Menschen hat sich immer wieder disruptiv verändert. Die Auslöser reichen von Erfindungen wie Elektrizität bis hin zu historischen Ereignissen wie dem Fall des eisernen Vorhangs. Die jetzige Situation stellt ebenfalls ein solches Ereignis dar. Ein Virus, der das komplette gesellschaftliche Leben lahmlegt, hinterlässt die Welt in einem anderen Zustand.

 

Aktuell gibt es laut der Johns Hopkins Universität etwa 2 Millionen Infizierte (Stand 15.04.20). In den USA sind mittlerweile über 16 Millionen Menschen arbeitslos geworden. Trotz dieser schlimmen Zahlen soll dieser Artikel das Augenmerk auf die positiven Veränderungen richten, welche diese Krise mit sich bringt und mit sich bringen kann. Er wirft auch die Frage auf, ob neue, innovative Lösungen, in der Immobilienbranche auch in Zukunft verwendet werden.

 

Wandlung der Gesellschaft durch Covid-19

 

Wir leben in einer Zeit, in welcher sich immer mehr Menschen gestresst fühlen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2016 sind es mittlerweile über 60 Prozent der Deutschen. Dem ein oder anderem bekommt es da vielleicht ganz gut ein paar Tage zu Hause zu verbringen und sich auf das wirklich Wichtige zu besinnen. Zu merken, was man eigentlich wirklich zum Leben benötigt.

 

Aktuell ist mehr Zeit für die Familie da und vielleicht wird das in Zukunft auch so bleiben. Das Arbeiten aus dem Homeoffice, welches sich etwa 30 Prozent der Deutschen wünschen galt oft als unmöglich. Anfang März sahen ca. 46 Prozent ihren Arbeitgeber technisch dazu nicht einmal in der Lage. Die aktuelle Situation bringt den „Digitalisierungspush”, welchen das Management vieler Firmen verschlafen hat.

 

Doch nicht nur Unternehmen, sondern auch andere Organisationen wie Universitäten werden nun gezwungen, etwas zu verändern. Wegen einer Übung oder Vorlesung in die Universität zu fahren ist für viele Studierende ein hoher Zeitverschleiß. Digitale Angebote wären hierzu eine Alternative. Der aktuelle Zwang zur Digitalisierung wird das Leben vieler Menschen nachhaltig effektiver und effizienter machen.

 

Veränderung der Umwelt als positiver Effekt

 

Getreu dem Motto „Die Natur holt sich zurück, was ihr gehört”, sind Bilder von kristallklaren Venezianischen Kanälen, in welchen sogar Fische schwimmen, um die Welt gegangen. Eine weitere positive Nachricht: Das Umweltministerium und Umweltbundesamt hält die Klimaziele für 2020 doch noch für erreichbar.

 

Sogar das Fliegen soll sich verändern, wahrscheinlich sogar nachhaltig . Auf die Frage der Hessenschau, ob es nach der Corona-Krise langfristig genauso viele Flüge wie vorher geben wird, antwortet die Professorin für Luftverkehrsmanagement an der Frankfurt University Yvonne Ziegler:

 

“Ich denke, eine gewisse Delle wird sicherlich entstehen, weil viele Firmen merken, dass sie mit Videokonferenzen viel Geld sparen können. Bestimmte Dienstreisen werden auf den Prüfstand gestellt. Und das wird vielleicht einen nachhaltig negativen Effekt auf Geschäftsreisen haben.[…] ”

 

Das hat die positive Konsequenz, dass durch die Überdenkung von persönlichen Meetings viel CO2 durch die nun wegfallenden Businessflüge gespart werden kann. Am Frankfurter Flughafen machen geschäftliche Flüge immerhin mehr als ein Drittel am Passagieraufkommen aus.

 

Der Coronavirus und die Immobilienbranche

 

Die Immobilienbranche erlebt in diesen Tagen einen wahren „Digitalisierungspush”. So würden nach den aktuellen Erfahrungen mit der Corona-Krise laut einer Umfrage in der Bau- und Immobilienbranche 66 Prozent der Befragten in die Digitalisierung von Prozessen und 46 Prozent in Webbasierte Softwarelösungen als nächstes investieren. Investitionen in die Digitalisierung können viele Vorteile haben. Sie bieten für die Herausforderungen dieser Zeiten Lösungen.

 

Massenbesichtigungen sind aktuell nicht mehr möglich – Virtuelle Besichtigungen hingegen schon. Mit der Hilfe von 360-Grad-Kameras lassen sich digitale Touren erstellen. Für diese müssen die Wohnungsinteressenten dann nicht einmal mehr aufstehen. Die neue Wohnung lässt sich nun bequem vom Sofa aus besichtigen. Die neueste Technologie ermöglicht es sogar im virtuellen Raum Messungen durchzuführen. So kann gleich geschaut werden, ob der Schlafzimmerschrank in das neue Zuhause passt. Es bleibt zu hoffen, dass durch die virtuellen Möglichkeiten unangenehme Massenbesichtigungen der Vergangenheit angehören.

 

Eine weitere Innovation, welche das Leben vieler Immobilienverwalter erleichtert, sind virtuelle WEG-Versammlungen. Jeder Teilnehmer kann einen Avatar, eine grafische Darstellung seiner Person, ähnlich wie bei einem Videospiel, durch den Raum steuern. Auch der Verwalter hat einen Avatar und kann im virtuellen Raum Präsentationen und Dateien zeigen, welche sich in Echtzeit bearbeiten lassen. Das bietet den Vorteil, dass der Verwalter vom Büro aus teilnehmen kann und sich eine Anreise erspart. Weitere positive Aspekte sind, dass kostspielige Raumbuchungen wegfallen und virtuelle Versammlungen deutlich zeitsparender geplant werden können. Das einzige Problem, welches der Verwendung noch entgegensteht ist das veraltete Wohnungseigentumsgesetz.

 

Ein weiterer erfreulicher Effekt, zumindest für Immobilienkäufer, ist die vom Empirica-Institut prognostizierte Delle bei den Kaufpreisen. Als mittelfristiger Effekt wird hier mit einem Rückgang von 10 bis 25 Prozent gerechnet. Das könnte besonders Einwohnern in den Schwarmstädten den Traum vom Eigenheim ermöglichen. Für Mieten rechnen die Experten übrigens mittelfristig mit einem deutlich geringeren Einbruch und danach mit einer weiteren Stagnation.

 

Immobilienkäufer sind nicht die einzigen Käufer, die von der Corona-Krise profitieren. Der Digitale-Vertrieb, welcher zuvor oft an technischen Herausforderungen oder Konventionen gescheitert ist, lebt gerade auf. Persönliche Gespräche werden zu digitalen Meetings. Mit einem Klick ist der Bildschirm geteilt und es kann präsentiert werden. Im Idealfall wird der Vertrag gleich im Anschluss mitgeschickt.

 

Das ausfallende persönliche Treffen wird von der elektronischen Unterschrift gelöst. Der Vertrag wird hierzu digital mit der Maus oder einem Tablet-Stift unterschrieben. Neben der Tatsache, dass der Online-Vertrieb und die elektronische Unterschrift Geschäftsprozesse beschleunigen, wird auch der Zettelwirtschaft ein Ende bereitet. Das kommt der Umwelt zugute.

 

Es gibt auch Vorteile, die man vorerst gar nicht bedenkt. Denn für 30 – 40 Prozent der Beschäftigten in der Immobilienbranche ist Home-Office bei der Jobwahl ein Auswahlkriterium. Da kann ein digitalisierter Betrieb beim Kampf um die begehrten Fachkräfte hervorstechen.

 

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